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 Muss ich denn sterben, um zu leben?

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BeitragThema: Muss ich denn sterben, um zu leben?   Do Jul 19, 2012 10:59 pm

Prolog

Schwer keuchend regte sich ein junges Mädchen.
Eine warme, feuchte Flüssigkeit rann ihr unaufhörlich die Schläfen herunter und in ihrem Mund schmeckte sie den Geschmack von Metall.
Stöhnend versuchte sie sich aufzurichten, doch ihr Körper wollte nicht so recht gehorchen und sackte immer wieder zusammen.
Nach einer ihr vorkommenden Ewigkeit, schaffte sie es, aufzustehen.
Ihr Blick glitt über das Szenario, in dem sie sich befand.
Überall tote Menschen, Häuser lagen in Schutt und Asche.
Ein Mann in schwarzem Gewand zog sein Schwert aus einer der Körper, dabei entstand ein schmatzendes Geräusch, das dem Mädchen leichte Übelkeit bescherte.
Sie konnte sich an nichts mehr erinnern.
Weder, wer ihre Eltern waren, noch, wer sie war.
Sie wusste rein gar nichts mehr.

Humpelnd schritt sie auf die Person zu, die sich zum Gehen umwand.
Sie wollte ihm folgen, wollte wissen, was er mit den toten Menschen zu tun hatte.
„Warte!“, schrie sie.
Die Person hielt an, drehte sich um und kurze Zeit später spürte sie einen unbeschreiblichen Schmerz, dann wurde alles schwarz.


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BeitragThema: Re: Muss ich denn sterben, um zu leben?   Do Jul 19, 2012 11:15 pm

Das kenn ich Very Happy
und hab ja gesagt isz ja gut

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BeitragThema: Re: Muss ich denn sterben, um zu leben?   Do Jul 19, 2012 11:19 pm

Kapitel 1: Ein Mann mit dem Namen Sasori

Eine Weile lang, war Sasori schon unterwegs.
Zwei Tage sind vergangen, seit er eine ganze Nation einnehmen konnte.
Eigentlich hatte er nur seine Stärke messen und brauchbare Marionetten gewinnen wollen, aber niemand aus diesem verkorksten Land war es wert gewesen, Teil seiner Sammlung zu sein.
Erst in einem Jahr würde Akatsuki ihn wohl wieder brauchen, aufgrund der bevorstehenden Bijuu-Jagd.
Solange hatte er noch genügend Zeit, seine Kollektion zu erweitern und brauchbare Marionetten mit besonderen Kekkei Genkai herzustellen.
Fragte sich bloß, wo er solche Menschen großartig finden konnte.
Aus Kirigakure besaß er den Großteil seiner Sammlung, ebenso sein besonderes Schmuckstück, den Sandaime Kazekage.
Wo also, sollte er noch suchen? Vielleicht Kumogakure? Iwagakure? Oder eher Konohagakure?
Die Auswahl war groß, vorerst jedoch, wollte er eine Rast einlegen um ein paar zerstörte Marionetten reparieren zu können.
Er beschloss, seine Pause in einer entlegenen Lichtung einzulegen.
Gerade, als er den zerstörten Arm seiner Marionette reparieren wollte, vernahm er ein Rascheln, keine fünf Meter von ihm entfernt.
Jedoch spürte er keine Chakra-Signatur und konnte davon ausgehen, dass es sich um einen ganz normalen Menschen handeln musste.
Und ein besonders unvorsichtiger noch dazu.
Er hatte also nichts zu befürchten.
Ein kleines blutüberströmtes Mädchen humpelte aus dem Geäst, direkt auf ihn zu.
Seine Augen weiteten sich unwillkürlich, als er sie erkannte.
„Unmöglich! Wie kann sie…?! Ich habe sie doch…?!“, dachte er ungläubig.

Dieses Mädchen musste wohl lebensmüde gewesen sein, denn sie schritt noch immer auf ihn zu, schien noch nicht einmal Angst zu verspüren.
In ihrer Situation hätte er es wohl auch nicht, wenn man bedachte, dass er sie vor zwei Tagen mit dem Katana schwer verwundet hatte.
Dummerweise schien er sie nicht recht vergiftet zu haben, oder sie besaß einen starken Überlebenswillen.
Als die Kleine ihn endlich erreichte, knickten ihre Knie weg und sie fiel Kopfüber zu Boden.
Das Gift zeigte anscheinend, wenn auch überraschend spät, seine Wirkung.

„Ich muss schon sagen“, begann Sasori, „du hast zwei Tage lang meinem Gift standgehalten und hast überlebt. Trotz dass ich dich schwer verwundete. Ich hätte nicht gedacht, dass ein kleines Kind es so lange durchhalten würde.“
„Mach es bitte kurz“, presste das Kind sichtlich mühsam hervor.
„Was?“
„Na wenn du mich tötest. Mach es kurz. Da ich ja eh in die Hölle komme, ist es ja egal, wie ich sterbe“ Das Mädchen keuchte während des Sprechens und hustete. Dabei bildete sich ein Blutrinnsal, das sich langsam aber stetig immer mehr in Sasoris Richtung ausbreitete und nun bis zu seiner Sandale angelangt war.
„Hölle?“
„Die Menschen…ich…ich…habe…sie…alle…getötet“
Nun war Sasori verdattert. Nahm sie etwa die Schuld auf sich, die Menschen getötet zu haben, denen er die Lebensgeister ausgelöscht hatte?
Er kniete sich zu dem Ding runter. Plötzlich umfasste ihre, mittlerweile kalte Hand sein Handgelenk.
„Machen Sie schon“, keuchte sie.
Sein Kern zog sich unwillkürlich zusammen.
Sie…irgendetwas hatte sie an sich, das ihn an seine Kindheit erinnerte. Er wusste nur nicht was.
„Ich werde dich vorerst nicht töten“ Für diesen Satz hätte er sich ohrfeigen können! Wieso oder warum um alles in der Welt, hatte er das jetzt laut ausgesprochen?! Ganz egal, was er jetzt auch gesagt haben mochte, es änderte nichts an der jetzigen Situation.
So beschloss er, der Kleinen erstmal ein Gegengift zu verabreichen und sie auf die Beine bringen.
Doch dafür, müsste er sie zu seinem Versteck bringen.
Und das lag ganz in der Nähe von Nami no Kuni.
Bis dahin würde er, wenn er sich beeilte, zwei Tage benötigen.
Dennoch er bezweifelte stark, dass die Göre bis dahin noch lebte, aufgrund der schweren Verletzungen.
Gegen das Gift konnte er ja noch etwas ausrichten, doch bei den schweren Stichverletzungen sah er schwarz.

Da er nicht der Mann war, der alles unversucht ließ, hob er sie kurzerhand auf seine Arme, beschwor Hiruko herauf und lud das Mädchen in die Marionette.
Mit zügigen Schritten machte er sich auf den Weg zu seinem Versteck…

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BeitragThema: Re: Muss ich denn sterben, um zu leben?   Sa Jul 28, 2012 2:04 pm

Kapitel 2: Das namenlose Mädchen

Ein stechender Schmerz durchfuhr ihren Körper, als sie sich bewegen wollte. Weder Arme, noch Beine konnte sie bewegen.
Sie bereute es, ihre Augen geöffnet zu haben. Jetzt wusste sie auch, wieso ihr alles wehtat: der Mann säuberte mit einem Tupfer die tiefen Wunden an ihrem Körper.
„Du bist wach“, stellte er mit monotoner Stimme fest.
Vielmehr klang es jedoch wie eine Frage.
Das Mädchen schrie laut auf, als er anfing, die Wunden an ihrem Unterleib und Bauch zuzunähen.
„Da musst du durch“, sagte er trocken, als er Stich für Stich mit Nadel und Faden die Haut durchstieß und die teils großen klaffenden Wunden zusammennähte.
Während er „arbeitete“ fragte er: „Wie heißt du, Balg?“
„Das weiß ich nicht. Ich weiß gar nichts mehr“, jammerte das Mädchen und unterdrückte die aufsteigenden Tränen.
„Keinen Namen?“, meinte Sasori mit undefinierbarem Blick.
„Wie alt?“, hakte er weiter nach.
Aus einem unerklärlichen Grund, war er neugierig geworden.
„Der 15. Februar. Ich bin, glaube ich neun. Mehr weiß ich nicht mehr“, erwiderte die Kleine wahrheitsgemäß, blickte dabei zur Seite.
„Offenbar hast du dein Gedächtnis verloren, Kleine.“
„Gedächtnis verloren? Wer bist du eigentlich? Und warum hast du mich…aua!“
„Ja, du hast dein Gedächtnis verloren. Wer ich bin, ist unwichtig und geht dich auch nichts an. Warum ich dich gerettet habe, weiß ich selber nicht. Du hast keine Familie mehr, deine Freunde sind alle tot. Wenn du noch am Leben hängst, wirst du mich begleiten. Leiste dir auch nur den allerkleinsten Fehler, und du bist tot, verstanden?“ Während Sasori sprach, nähte er weiter und wunderte sich insgeheim, dass er auf einmal so gesprächig war. Und auch noch darauf bestand, dass sie ihn begleitete.
Himmel, was war er verweichlicht durch diese Göre geworden!
Als er sein Werk beendete hatte, griff er nach einem kleinen Umhang, welchen er normalerweise als Bekleidung seiner Marionetten nutzte.
Er wollte die Kleine nicht unbedingt halbnackt rumlaufen lassen und reichte ihn ihr.
„Zieh dir das über“, befahl er. Sie sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an, zitterte wie Espenlaub. Was hatte die denn nun schon wieder?
„Meine Familie…ist tot?“, fragte sie ungläubig und war den Tränen nahe.
„Ja. Ich habe sie mitsamt den anderen Bewohnern getötet.“, fuhr Sasori umbarmherzig fort, nicht ahnend, was er damit anrichtete.
Das Mädchen brach in Tränen aus, vergrub ihr tränenüberströmtes Gesicht in den kleinen Händchen und weinte sosehr, dass ihr Körper bei jedem Schluchzer zu beben begann.


„Also…also…habe ich…niemanden getötet?“, kam es flennend von ihr, als sie jenen Mann anstarrte, der offenbar für ihren Gedächtnisverlust und den Verlust ihrer Familie verantwortlicht war.
Seine Miene blieb starr, unergründlich.
Warum, wenn er alle anderen getötet hatte, ließ er sie am Leben? Warum?
Hätte er sie nicht einfach sterben lassen können?
Doch sie war jetzt allein, sollte ihn begleiten…
Ihre Gefühle spielten verrückt, ließen sich einfach nicht ordnen.
Ihre kleine Welt war in Millionen kleine Teile zerbrochen.
Hassen konnte sie ihn nicht, auch wenn er ihr alles genommen hatte, was ihr wahrscheinlich lieb und wichtig war.
Als sie sich ankleidete, fragte sie sich ernsthaft, warum sie ihm nicht sauer sein konnte.
Irgendwie tat er ihr leid, so banal es auch klingen mochte.
Aus einem Impuls heraus, umarmte sie ihn.
Völlig aus dem Konzept gebracht, starrte Sasori das Kind mit weit aufgerissenen Augen an.
Er hatte ihr vorhin offenbart, dass er ihre Familie auf dem Gewissen hatte, wieso umarmte sie ihn dann jetzt?!
Er wurde aus ihrem Verhalten einfach nicht schlau, geschweige denn sein bisheriges Handeln.
Erst die Rettung, das Verarzten und nun sich umarmen lassen?
Ist er nun völlig verweichlicht geworden?
Anscheinend…

Ihre kleinen Ärmchen hatten sich um seinen Nacken geschlungen, ihr Gesicht vergrub sie in seinen Mantel, dabei vernahm er von der Kleinen einen aufseufzenden Laut.
Noch nie hatte jemand ihn umarmen wollen, geschweige denn sich so wohl in seiner Anwesenheit gefühlt.
Lag wohl daran, dass er sich von niemandem umarmen ließ und seine Fassade als der Killerkünstler schlechthin bewahrte.
Unter den Akatsuki Mitgliedern galt er als der kaltherzige Künstler, der gerne Menschen auseinandernahm und in Puppen verwandelte.
Die Menschen sahen ihn so, er sah sich so, aber die Kleine dem Anschein nach nicht und genau das war es, was dieses merkwürdige Gefühl in seinem tiefsten Innern erzeugte.
Er konnte es nicht so recht definieren, geschweige denn ausschalten.
„Kleine“ Sasori sah sie mit geweiteten Augen an.
„Bitte lassen Sie mich nie, nie alleine!“, murmelte die Kleine in seinen Mantel, während der Marionettenkünstler starr wie eine Statue dastand, nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen.
Verflucht, wie machte sie das bloß!

Es war spät in der Nacht, als das Mädchen von klackernden Geräuschen aufwachte.
Müde rieb sie sich den Schlaf aus den Augen und wollte sich aufsetzen, als ein unbeschreiblicher Schmerz ihren Körper durchfuhr und zusammenzucken ließ.
Trotzdem kämpfte sie sich im wahrsten Sinne des Wortes vom Tisch –auf dem Sasori seine Marionetten herstellte -, fiel dabei allerdings ungeschickt zu Boden.
Stöhnend rappelte sie sich auf und schritt eher humpelnd als gehend nach draußen.
Es regnete in Strömen, was den Boden matschig werden ließ.
Plötzlich wurde sie gewaltsam von hinten gepackt. Zwei starke Hände schlossen sich um ihre Kehle, raubten ihr jegliche Luft. Dann, von einer Sekunde zur nächsten, lockerte sich der Griff ein wenig.
„Was machst du hier draußen?“
„Ich…habe…so merkwürdige Geräusche gehört“ Während des Sprechens hustete sie. Mit jeder Sekunde fröstelte sie mehr, denn nicht nur der Regen war eisig, sondern auch die äußerst kühle Nachtluft.
„Kleine, geh wieder ins Versteck“, sprach Sasori kalt, schubste sie unsanft in die Richtung des Eingangs. Sie dachte allerdings nicht daran, seine Order zu befolgen, sondern hinkte schwerfällig zu ihm zurück und umarmte ihn ganz fest. Dabei schlangen sich ihre kleinen Arme um seinen nassen Mantel.
„Sie sind ganz nass, bestimmt ist Ihnen kalt“, murmelte sie besorgt.
„Sie müssen Ihre Sachen wechseln. Haben Sie Tee? Ich kann ihnen welchen…“, Sasori schmetterte ihre lieb gemeinte Besorgnis mit einer abfälligen „Sei still!“ weg. Er entledigte sich seinem Mantel, legte diesen über das Mädchen. Dabei sagte er mit ruhiger Stimme: „Ich bin die letzte Person, um die du dir Sorgen machen müsstest. Du solltest jetzt schlafen gehen. Wir brechen morgen vor Sonnenaufgang auf.“
„Nein, ich will nicht schlafen und lieber bei Ihnen sein, aber…?“ Ihre Augen wurden fast Tellergroß, als sie seinen Körper betrachtete. In seinem Bauch steckte ein Stahlseil, ebenso hatte er einen Zylinder in der Brust stecken.
„Aber…aber…“, stotterte sie erschrocken über diesen Anblick, der sich ihr bot.
„Das ist ja…sind Sie etwa eine Marionette? Wie haben Sie das gemacht?“ Ihre Augen funkelten bei den Worten. Sasori traute seinen Augen und Ohren nicht. Dieses Gör hatte keine Angst vor ihm und seinem Körper?
Und bezeichnete ihn auch noch als Marionette…Was um Himmelswillen war bloß falsch bei ihr gelaufen?
Normalerweise kannten Kinder wie sie nur den Ausdruck Puppe und wären wohl eher schreiend weggerannt, als ihn fasziniert zu betrachten, wie die Kleine es gerade tat.
„Das geht dich nichts an.“, erhielt sie als Antwort.
„Und warum nicht?“, bohrte sie energisch nach.
„Darum nicht“, erwiderte er kühl.
„Das ist aber keine Antwort“, sagte sie schmollend.
„Nerv mich nicht, Kind!“
„Erst töten Sie meine Familie, retten mich und jetzt darf ich nicht wissen, wieso Sie eine Marionette sind? Sie sind unfair!“, schrie sie mit schriller Stimme.
„Was ist schon fair“, murmelte Sasori vor sich hin. Einen kurzen Augenblick später, schlangen sich zwei Arme um seine Taille.
„Gomenasai. Ich wollte Sie nicht anschreien. Sie haben mich einfach so neugierig gemacht, und ich finde Ihren Körper so toll“, hörte er hinter sich, musste dabei ein Lächeln unterdrücken. Sie war einfach zu süß…Wieder dieser störende Gedanke. Nie fand er jemanden süß, wieso sollte es bei ihr anders sein?

Da Sasori nun mal kein Zimmer für die Kleine hatte, musste sie auf dem Tisch, auf dem er normalerweise die Menschen auseinandernahm, schlafen.
Auf Kissen und andere Bequemlichkeiten musste sie also verzichten.
Doch es schien ihr nichts weiter auszumachen, denn ihr Blick klebte noch immer auf seinem Körper. Verträumt seufzte sie auf, stützte dabei ihren Kopf auf der Hand ab.
„Ich finde Ihren Körper so wunderschön“, schwärmte sie, woraufhin Sasori nun einen winzigen Anflug von einem Lächeln zeigte. Nie, wirklich noch nie fand irgendwer seinen Körper ‚wunderschön’. Nicht mal Orochimaru, doch der hatte sowieso keinen Sinn für Kunst.
Irgendwie schien Sasori es nicht zu bereuen, dass er die Kleine am Leben gelassen hatte. Ganz im Gegenteil: sie leistete ihm –mehr oder weniger- Gesellschaft, fand ihn nicht unausstehlich und mochte ihn, so wie er war.
Sie war so anders, als all die Leute, denen er begegnet ist. Die ihm nur etwas vorgespielt haben, weil sie ihn gutaussehend fanden, mit ihm zusammen sein wollten.
Dennoch konnte er sich auf Sentimentalitäten nicht beziehen. Er war ein Akatsuki und als solcher hatte er gewisse Aufgaben…und auch Pflichten.
Früher oder später müsste er sie alleine lassen…
Innerlich schüttelte er mit dem Kopf. Es war noch zu früh, um sich darüber Gedanken zu machen.

„ Ähm“, riss sie ihn aus seinen Gedankengängen.
„Hm?“
„Äh, ich habe ja keinen Namen mehr und ich kann ja wohl schlecht keinen Namen haben…Jetzt, da ich Sie begleiten muss“, äußerte sie rot werdend.
„Worauf willst du hinaus?“
„Können Sie mir einen Namen geben?“
Er sollte ihr einen Namen geben? Er war nicht gerade kreativ, was Namensgebungen anbelangte. Ihm fielen dazu nur Namen wie Chi, Akiko oder…Tayuya ein. Aber er bezweifelte, dass ihr einer der Namen gefallen könnte. Wer wollte schon Chi heißen? Geschweige denn den Namen Akiko, den schon jedes x-beliebige Mädchen trug. Was machte er sich auch noch Gedanken, wie er die Kleine benennen sollte?
Als würde jemand anderes in ihm stecken, brachte er über seine hölzernen Lippen: „Tayuya“. Er hätte sich dafür ohrfeigen können. Erneut hatten seine „Emotionen“ Macht über ihn ergriffen. Dieses Kind tat ihm nicht gut. Ganz und gar nicht! Je länger er mit ihr zu tun hatte, desto mehr zweifelte er an sich selbst, auch bröckelte seine Fassade langsam aber stetig. Wenn er nur wüsste, wie dieses kleine Miststück das nur machte!

Als würde er die Flucht vor ihr ergreifen, huschte er aus dem Raum. Er brauchte Abstand, und das schnell! Er würde sie zu einer stummen Marionette machen, dessen war er sich sicher…

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BeitragThema: Re: Muss ich denn sterben, um zu leben?   Di Jul 31, 2012 9:12 pm

Kapitel 3: Gefühlssache

Blut. Es klebte überall. An Wänden, an den zuvor schneeweißen Maiglöckchen…
Ringsherum Leichen. Frauen, Kinder, Männer…
Ein schreiendes, kleines Mädchen, welches im Bruchteil einer Sekunde mit einem einfachen Schwert enthauptet wurde. Das dumpfe Geräusch des, auf dem Boden aufschlagenden Kopfes, dann der daraufhin zusammensackende Körper.
Leute wurden zerteilt, Hunde labten sich an deren Überreste. Plötzlich kam der Mann mit roten Haaren auf Tayuya zu, holte mit seinem Schwert aus und…


„Aaaah!“, schrie Tayuya, als sie zwei Hände grob an den Schultern packten.
Sie riss ihre Augen panisch auf und blickte geradewegs in zwei graubraune Iriden, die sie fast schon bohrend fixierten. Zitternd wie Espenlaub zog sie ihre Knie an sich und schlang ihre Arme um sie.
„Steh auf, wir müssen los“, erklang seine eisige Stimme. Er würdigte Tayuya keines Blickes, sondern schaute stur geradeaus, als wäre sie gar nicht existent.
Stumm befolgte das Mädchen seine Order, stand auf und klaubte den Mantel auf, der ihr in der Nacht als Untergrund gedient hatte.
„Hier, Ihr Mantel“ Tayuya hatte den Mann einholen können und versperrte ihm nun den Weg. Er blickte kurz zum Mantel, dann auf das Mädchen. Sein Blick war nach wie vor undefinierbar, jedoch hätte sie schwören können, er hätte gelächelt. Oder war das lediglich eine Einbildung gewesen?

Sasori griff schweigend nach seinem Mantel. Damit das Balg nicht auf dem bloßen Boden schlief, hatte er ihr seinen Mantel geliehen. Er konnte es sich nicht leisten, würde sie krank werden. Immerhin hatte er noch viel mit ihr vor. Sie war ein zähes Mädchen, hielt erstaunlich viel aus und ließ sich nicht unterkriegen. Beste Vorraussetzungen, um aus ihr vielleicht einen Ninja zu machen. Doch was dachte er da? In fast einem Jahr würde Akatsuki ihn zu sich rufen, das Gör müsste er dann alleine zurücklassen und sich ganz seiner Pflicht hergeben. Die Pflicht, zusammen mit den anderen Nuke-Nin der Organisation die Jinchuuriki zu jagen und die Bijuus zu extrahieren. Für Kindergarten wie das hier, blieb ihm demnach keine Zeit. Überhaupt fragte er sich, weshalb er sie am Leben gelassen hatte, und ihr erlaubte, ihn zu begleiten. Was brachte es? Gar nichts. Lediglich später erneut das Gefühl der Leere, sollte er sie zurücklassen. Ach was!
Das wäre das Letzte, was ihm widerfahren würde! Sein Blick wanderte noch einmal auf das ernst guckende Mädchen neben ihm. Er wusste nicht, was er von ihr zu halten hatte, geschweige denn denken sollte. Er fragte sich, was sie wohl tun oder wie sie reagieren würde, käme ihr Gedächtnis wieder. Gedachte sie dann, ihn zu hassen? Zu verachten aufgrund seiner Tat, ihr Dorf eingenommen zu haben? Gewiss, vielen Menschen hatte er alles geraubt, was ihnen wichtig war. Familie, Freunde, Heimat. Ihm war es egal, was sie dadurch durchmachten. Ihm war dasselbe widerfahren. Wieso also, sollte den Menschen, die das besaßen was er verlor, nicht dasselbe durchmachen?


Nach einer Stunde kamen sie in Nami No Kuni an, bekannt als das Reich der Wellen. Hier gab es viele Geschäfte, in denen man so manch tolle Kleider oder Waffen erwerben konnte. So wie Sasori.
Tayuya bekam große Augen, als sie die vielen Leute sah. Seit ihrer Amnesie hatte sie nur Sasori um sich herum gehabt. Das jetzige Szenario war ihr demnach äußerst unangenehm. Ihre Hand krallte sich unwillkürlich am Stoff von Sasoris Mantel fest.
Er bog mit ihr in eine schmale Gasse, in der sich keine Menschenseele aufhielt. Dann, nach ungefähr sechs Metern, blieb Sasori stehen. Zuerst wollte Tayuya fragen, warum er stehengeblieben ist, doch als sie die Tür erblickte, vor der die beiden nun standen, unterließ sie es.
Sie hatte ohnehin den gesamten Weg geschwiegen.
Sasori klopfte zweimal, dann öffnete sich die Tür nur einen kleinen Spalt weit.
„Passwort“, fragte eine unheimlich tiefe Stimme fast tonlos, woraufhin Sasori mit „Kamelie“ antwortete. Nun öffnete sich die Tür noch ein Stück mehr.
Tayuya sah einen korpulenten Herrn mit kurzen, schwarzen Haaren. Er trug einen edlen schwarzen Anzug, der jedoch keineswegs seinen hervorquellenden Bauch kaschieren mochte.
„Akasuna no Sasori. welch eine Ehre. Das Übliche?“, fragte er überfreundlich und selbst Tayuya merkte, dass dies bloß gekünstelt war.
„Das Übliche“, erwiderte Sasori emotionslos wie eh und je. Die Augen des fremden Mannes glitten auf Tayuya, die Sasoris Mantel noch immer festhielt.
„Ich wusste gar nicht, dass Sie eine Tochter haben“, meinte der Herr breit grinsend, wobei er Tochter besonders betont hatte.
Sasori antwortete nicht, sondern bedachte den Kerl mit eisigen Blicken. Was ging ihm das an, wen er bei sich hatte? Nichts.
„Nun denn. Was bedarf es diesmal?“
„Das Übliche, wie gesagt“, sagte Sasori. Nun mit einem aggressiven Unterton.
Sie gingen hinein und beim Anblick der vielen unterschiedlichen Waffen, keuchte Tayuya erschrocken auf. Sie waren alle auf das Töten von Menschen ausgerichtet. Ihr Blick fiel aber auf etwas, womit sie eigentlich nicht gerechnet hatte: eine stinknormale Flöte. Was an der war denn so gefährlich? Sie ließ den Mantel ihres –mehr oder wenigen- Meisters los und lief auf das Musikinstrument zu. Es befand sich in einem Glaskasten, mit einem dicken Schloss versehen.
Ihr Blick klebte nahezu an diesem Kasten, was Sasori nicht entging. Er wusste, dass das Mädchen eine begnadete Flötistin war. Sollte er dem Balg diese Waffe kaufen?
„Wozu dient die Flöte?“, fragte er. Der Inhaber des Ladens grinste ein wenig schief, ehe er anfing, zu erzählen.
„In diesem verfluchten Ding sollen Dämonen wohnen. Bisher haben sie jeden Besitzer dieses Stücks umgebracht. Wer mit der Flöte gut umgehen und die Biester bändigen kann, so wird derjenige eine recht brauchbare Waffe in dem Instrument finden. Wollen sie es etwa…kaufen?“ Er sah Sasori mit einem merkwürdigen Ausdruck in den Augen an. Als dieser nickte, wurden seine Augen Tellergroß.

Sasori hatte nun seine Werkzeuge für seine Marionetten und die seltsame Flöte gekauft.
Als sie das Geschäft verlassen hatten, wurde ihm der Kauf der Flöte durch eine innige Umarmung gedankt.
Zu seiner Überraschung fand er es nicht unangenehm, und stören tat es ihn mittlerweile auch nicht mehr. Vielleicht war er drauf und dran, sich an ihre Umarmungen zu gewöhnen...
Nein, er würde sich niemals an so etwas Banales gewöhnen. Oder doch?
Er wusste es nicht. Seine Gefühle fuhren Achterbahn wie in jenem Moment, als er die Kleine gerettet hatte. Was war bloß los mit ihm?

„Du wirst erst einmal neue Kleidung bekommen“, sagte er mit seiner üblichen emotionslosen Stimme, als sie an einem Klamottengeschäft hielten.
Tayuya sah ihn mit großen, fragenden Augen an.
„Aber…“
„Hör zu, Balg. Du bekommst jetzt neue Kleidung. Ich will kein Gequatsche mehr hören, verstanden?“
Tayuya nickte. Sie wollte ihn nicht noch mehr aufregen und hielt lieber ihre Klappe. Im Geschäft bedurfte es nur wenige Minuten, bis Sasori dem Mädchen einen ganzen Stapel an Kleidung reichte.
Sie wusste, was sie zu tun hatte und lief schweigsam in die Umkleidekabine. Dort probierte sie zu allererst das Netzshirt an. Danach eine Legginähnliche Hose, die ihr knapp über die Knie ging, Sandalen, ein grünblaues Gewand mit weißem Kragen und Alltagskleidung –bestehend aus einem schwarzen Rock mit weißem Längsstreifen und einem violett-weißem Sweatshirt.
Zu ihrer Überraschung passten ihr alle Kleidungsstücke wie angegossen. Es war schon nett gewesen, ihr neue Kleidung zu kaufen. Sie war ihm außerordentlich dankbar dafür. Und der Großteil der Kleidung sagte ihr zu.

Sie verließ die Umkleidekabine und ging auf ihren Meister zu, der sie von oben bis unten kritisch musterte.
„Hör auf, dumm zu grinsen. Passt es, oder passt es nicht“, herrschte er sie an, wobei sie schmollend die Mundwinkel verzog. Enttäuscht, dass er für sie kein nettes Wort übrig hatte, sagte sie seufzend: „Ja, passt“.
Er nickte, ging mit ihr zur Kasse und bezahlte schließlich.

„Wohin geht’s eigentlich?“, fragte Tayuya neugierig, als sie schon eine ganze Weile unterwegs waren. Sie hatte absolut keine Ahnung, wohin es ging und genau diese Ungewissheit ließ sie fast verrückt werden. Sie hasste es, nicht informiert zu sein. Gut, in den letzten beiden Tagen hatte sie so einiges über ihren Retter herausgefunden. Dass er schweigsam war, jedoch relativ schnell ausrastete. Mit Vorsicht zu genießen und dennoch faszinierend und wunderschön war. Sie mochte seine Kunst, sein Aussehen, seine Art, einfach alles an ihm, auch wenn er sie meist ignorierte oder als unnützes Ding bezeichnete. Dennoch mochte er ihre Kunst. Glaubte sie jedenfalls. Sie hatte ihre heißgeliebte Flöte inmitten ihrer kaputten Kleidung gefunden, darauf gespielt und irgendwie gemerkt, dass sie es nahezu perfekt beherrschte.
Sie schob es auf ihre Vergangenheit, an die sie sich kaum bis gar nicht erinnerte.
Vielleicht war sie ja damals schon so begnadet bezüglich des Flötenspiels gewesen?
Hatte sie die Leute ins Staunen versetzen können? Wurde ihre Kunst anerkannt?
Vielleicht waren sie auch Kunstbanausen? Oder schlimmer: hatten ihr Musizieren verachtet?
Der Gedanke ließ in Tayuya bloße Wut aufkommen. Hätten sie ihre Musik nicht verstanden, war ihnen der Tod nur gerecht gewesen!
Sie atmete wütend die Luft laut zischend aus, was ihr einen undefinierbaren Blick seitens Sasori einbrachte. Jetzt hätte sie sich dafür ohrfeigen können!
Wahrscheinlich ging sie ihm gerade wieder auf den Senkel…
Sie wollte sich erneut Vorwürfe machen, als sie einen fürchterlichen Druck auf ihrer Blase spürte. Nein, das konnte doch jetzt nicht sein.
Mit jedem Schritt schien der Druck unerträglicher zu werden, bis sie mit ungewollt flehender Stimme sagte: „Ich…muss…mal“.
„Ich hätte sie in eine Marionette umbauen müssen! Dann wäre mir das Geplänkel erspart geblieben!“, dachte Sasori insgeheim, als anhielt.
„Beeil dich“, stieß er verächtlich aus.
„Hai, ich werde Sie nicht allzu lange warten lassen!“, beschwichtigte das Mädchen mit einer Verbeugung und raste wie von der Tarantel gestochen Richtung Gebüsch. Und in der Tat brauchte sie nicht lange und kam nach zehn Sekunden wieder. Sichtlich entspannt. Plötzlich kamen aus dem Dickicht Kunais angeflogen, dann ein gellender Schrei.

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BeitragThema: Re: Muss ich denn sterben, um zu leben?   Di Jul 31, 2012 9:26 pm

Kapitel 4: Alles nur Fassade?

Vier Gegner hielten Sasori im Zaun, zwei weitere gingen auf Tayuya zu. Sie hielten sie wohl für ein schwaches, kleines Mädchen.
Als einer der schmierigen Typen nach ihr greifen wollte, kam ihr ein Gedanke in den Sinn.
„Die Flöte war im Waffenladen, also ist sie eine Waffe. Was wohl passiert, wenn ich auf ihr spiele?“
Sie grinste in sich hinein. Sie war sehr experimentierfreudig, und somit führte sie schnell das Musikinstrument zu ihrem Mund und begann darauf zu spielen. Erst einmal geschah nichts, doch nach zwei Sekunden bildeten sich dichte Nebelschwaden, die immer dichter zu werden schienen. Plötzlich raste eine riesige Keule auf die zwei Feinde nieder.
Tayuya hörte trotz des grausigen Anblicks nicht auf zu spielen, sondern machte unbeirrt weiter bis irgendwann die Schreie erloschen. Der Nebel lichtete sich und zu sehen waren drei unmenschliche Kreaturen, die selbst Sasori einen Moment überraschten. Er wusste von den Dämonen, aber dass die Biester sich von dem Balg rufen und sogar irgendwie kontrollieren ließen, verwunderte ihn. Mit Hiruko brachte er kurzerhand seine lästigen Feinde zum Schweigen, ehe er sich Tayuya zuwandte.
Tayuya beendete ihr Stück, blickte entsetzt auf die Höllenwesen, die sie scheinbar anschauten. Jedoch trugen sie alle drei Bandagen um die Augen, weshalb sie nahezu blind sein mussten. So schnell der Spuk anfing, hörte er auf, denn die Wesen verschwanden kurz darauf in einer Wolke.
„Was…Was…was war das“, stammelte Tayuya erschrocken und fiel auf die Knie.
„Bemerkenswert“, brachte Sasori heraus, als er neben dem aufgelösten Mädchen stehen blieb.
„Du bist keine Kunoichi, schaffst es trotzdem, solch ein Jutsu auszuführen“, fügte der Marionettenspieler leise hinzu.
„Aus dir könnte eine hervorragende Kunoichi werden. Auch wärst du in der Lage, einen Kuchiyose-Vertrag abschließen zu können“, fuhr er weiter fort, wodurch Tayuya fast die Augen aus dem Kopf fielen. Es klang alles wie fachchinesisch für sie. Kuchiyose-Vertrag, Kunoichi, was hieß das?
„Ähm…Bitte seien Sie nicht sauer, aber wovon reden Sie? Was ist eine Kunoichi und was ist ein Kuchiyose…“ Weiter kam sie nicht, denn Sasori unterbrach sie barsch.
„Kind, hast du überhaupt eine Ahnung, in was für einer Welt du weilst? Kuchiyose-Wesen sind deine vertrauten Geister, Kunoichi sind weibliche Ninjas, kapiert?“ Tayuya senkte beschämt ihren Blick.
„Kann ich dann Ihre Schülerin werden? Sie wollen doch sicher, dass ich eine Kunoichi werde, oder? Dann kann ich auch Kuchiyose.“ „Und vielleicht sind Sie dann stolz auf mich“, hängte sie in Gedanken dran.

„Kann ich dann Ihre Schülerin werden?“ Diese Frage ließ Sasori einfach nicht los. Selbst dann nicht, als sie eine abgelegene Höhle am Rande des Waldes einbezogen, und die Kleine friedlich vor sich hin döste.
Schülerin…Er hatte noch nie jemanden unterrichtet.
Doch dies wäre seine Chance, seine Kunst an dieses Mädchen weiterzugeben. Eine Antwort auf ihre Frage hatte er ihr bis jetzt nicht gegeben.
Wenn er ehrlich war, wollte er schon, dass sie seine Schülerin wurde. Doch dann bliebe ihm nur dieses eine Jahr, danach müsste er sie zurücklassen. Für immer.
Es konnte gut möglich sein, dass er sie nicht mehr wiedersehen würde.
Eigentlich sollte es ihn ja kalt lassen, immerhin kannte er Tayuya erst seit ein paar Tagen, rettete sie merkwürdigerweise und erlaubte ihr, ihn zu begleiten.
Er verstand sich in der Hinsicht selbst nicht.
Tayuya gähnte herzhaft, bevor sie ihre müden Augen aufschlug und zu Sasori rutschte, der an der Wand gelehnt im Schneidersitz saß.
„Ja“, sagte Sasori mit geschlossenen Augen.
„Was?“, fragte Tayuya perplex.
„Du kannst meine Schülerin werden. Von nun an nennst du mich Sasori-sensei.“
„Sie heißen Sasori? Das ist aber ein schöner Name“ Tayuya grinste dabei breit und nahm Sasoris Hand in ihre. Sie war ganz kalt, und fühlte sich ein wenig hölzern an, aber sie mochte es. Sie hatte kein Problem damit, dass er eine Marionette war.
„Sensei Sasori, kann ich eines Tages so werden wie Sie?“, fragte sie interessiert. Seine Augen weiteten sich.
War sie von allen guten Geistern verlassen? So werden wie er? Sie musste vollkommen verrückt gewesen sein.
„Nein“, lautete seine Antwort, die wie aus der Pistole geschossen kam.
So weit kam es noch!
„Und warum?“, löcherte Tayuya ihn.
„Darum nicht“
„Aber das ist keine Antwort“
„Tss“
Damit war die Unterhaltung für Sasori gegessen, jedoch für Tayuya nicht.
Nun hatte sie sein Handgelenk mit ihrer kleinen Hand umfasst und stierte ihn mit finsteren Blicken an.
Ununterbrochen, ohne zu zwinkern.
Dabei blies sie trotzig ihre Backen auf und sagte mit plötzlicher Kälte in ihrer Stimme: „Lügner!“
Sasori zog seine Augenbrauen zusammen.
Noch ein Wort, und er würde ihr den Hals umdrehen!
Plötzlich setzte sie sich auf seinen Schoß.
„Sie geben sich ach so kalt, dabei sind Sie ganz traurig! Sie haben mich gerettet, weil Sie ein Herz haben und weil Sie mich leiden können! Außerdem finde ich Ihre Kunst toll und dass Sie eine Marionette sind, doch Sie wollen mich nicht genauso machen wie Sie! Ich wette, auch Sie haben keine Familie, sonst würden Sie kein Eiszapfen sein!“
Familie….es versetzte dem Marionettenspieler einen Stich im Kern. Eigentlich hätte er jedem dafür sein Stahlseil durchs Herz gerammt und in eine Marionette umbauen lassen. Eigentlich. Etwas hielt ihn zurück. War er nun übergeschnappt?

Binnen weniger Sekunden hatte er seine Hand losreißen können und seine Hände um den Hals des Mädchens geschlossen.
Nie wieder würde sie ihn so durcheinander bringen, wie in den letzten Tagen.
Nie mehr.
Er drückte immer fester zu.
Tayuya strampelte wie verrückt, röchelte und blickte ihn dabei geschockt in die Augen.
Sein Ausdruck war jedoch monoton wie eh und je, ohne jegliche Regung.
Tayuyas Lungen begannen zu schmerzen und ihr wurde schwindelig.
Jede Sekunde zog sich wie ein Kaugummi. Sie hatte ihn nicht verärgern wollen.
Jetzt kam es ihr jedoch vor, als hätte ihr letztes Stündlein geschlagen.
Ihre Lage schien ausweglos.
Ihre Glieder erschlafften langsam. Sie schloss bereits ihre Augen, rechnete damit, das zeitliche segnen zu müssen.
Der Druck auf ihrem Hals ließ schlagartig nach und sie rang japsend nach Luft.

Blanke Wut wallte in ihr auf.
Sie hatte sich einiges Gefallen lassen, aber das war zu viel gewesen.
Mit zittrigen Knien raffte sie sich auf, ballte ihre Faust und schlug Sasori ins Gesicht. Das so fest, dass sich feine risse an seiner Haut bildeten.
Sie hatte ihn erneut schlagen wollen, als ihre Faust abgefangen wurde und Chakrafäden sich an ihren Körper hafteten und somit bewegungsunfähig machten.
„Lass mich verdammt nochmal los!“, schrie Tayuya hysterisch, doch ihr Gegenüber dachte gar nicht daran, sie loszulassen.
„Argh! Wenn du mich nicht gleich loslässt, dann“
„Dann was?“ Sasori hob eine Braue. Schon amüsierend, dass die Kleine ihn nicht mehr mit Respekt, sondern mit Respektlosigkeit behandelte.
„Dann…Dann…Dann hasse ich dich!“
„Dann hast du mich eben. Na und?“
„Das kann dir doch nicht egal sein!“
„Tut es aber. Wenn ich dich laufen lasse, verschwinde. Verschwinde und komme nie wieder, kapiert? Hässliche Mädchen wie dich will ich nicht bei mir haben. Außerdem warst du sowieso zu nichts zu gebrauchen.“
Das war der absolute Gnadenstoß für Tayuya gewesen.
„Schön“, sagte sie gezwungen stark, „ich fand dich sowieso scheiße!“

Die Chakrafäden lösten sich und binnen weniger Sekunden, rannte Tayuya schluchzend aus der Höhle.
Weg von Sasori, weg von der Geborgenheit, die er ihr immer geboten hat. Ihr Weg führte sie ins Ungewisse, doch das war ihr scheißegal.
Sie wollte ihn nie mehr sehen, dessen war sie sich sicher.
Er hatte sie beinahe getötet, zutiefst gekränkt und nur ausgenutzt…

Sasori schloss seine Augen. Er hatte das erreicht was er wollte, denn im selben Moment tauchte das Hologramm Pains auf.
„Die Pläne haben sich geändert. Akatsuki wird sich in drei Tagen versammeln“, sprach er mit verzerrter Stimme.
„Hai“, lautete Sasoris gleichgültige Antwort.
„Bei Sonnenaufgang im östlichen Versteck. Sei pünktlich!“ Damit verschwand der Leader und Sasori war sich selbst überlassen.
„Es ist besser für die Kleine.“, redete er sich ein, dabei empfand er etwas wie Einsamkeit.
Nun war er allein. So wie er es immer wollte.
War er allein, gab es nichts und niemanden, der ihn verletzen konnte.
Er hatte die Kleine zu seiner Schülerin machen wollen, doch hätte dies keine Zukunft gehabt.
Er war ein Akatsuki, ein Nuke-Nin. Sie ein unschuldiges, mehr oder weniger kleines Kind, dem er nicht wirklich die Bürde eines Schwerverbrechers auferlegen wollte und konnte.
Zu sehr erinnerte sie ihn an sich selbst…

Tayuya bereute es zutiefst, Sasori gesagt zu haben, sie hätte ihn scheiße gefunden. Das stimmte einfach nicht. Doch er hatte sie mit seinen Worten zutiefst verletzt. War sie wirklich nicht zu gebrauchen gewesen? Bloß ein lästiges Anhängsel?
Sie hatte wirklich am heutigen Tag gedacht, er nähme sie als seine Schülerin an.
Niedergeschlagen suchte sie sich ihren Schlafplatz hinter ein paar Büschen, ehe sie sich zusammenrollte und versuchte, zu schlafen. Das Läuten von Glöckchen bekam sie nicht mehr mit, als sie tief und fest schlief.

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BeitragThema: Re: Muss ich denn sterben, um zu leben?   Mi Aug 08, 2012 4:44 pm

Kapitel 5: Kin Sushi? Nein Kin TSUCHI!

„Aufwachen. Aufwachen habe ich gesagt! Bist du schwerhörig?! Verfluchte Scheiße, wach endlich AUF!“
Müde blinzelnd regte sich das Mädchen und schaute geradewegs in ein Paar schwarze Iriden, die wie Onyxe wirkten.
Erschrocken wich sie zurück und wollte nach ihrer Waffe greifen, doch diese war weg.
„Suchst du vielleicht danach?“ Das Mädchen vor ihr grinste breit, fast schon bösartig.
„Gib das her!“, fauchte Tayuya die Fremde wütend an, langte nach ihrem Musikinstrument, doch die Tussi vor ihr hielt es viel zu hoch.
„Na schön, wenn dir so viel an diesem wertlosen Teil liegt“, meinte das Mädchen theatralisch gelangweilt und gab Tayuya die Flöte wieder.
„Na du läufst ja rum. Hast du keine anständigen Klamotten? Na egal. Wieso so allein?“ Das Mädchen grinste immer breiter.
„Geht dich nichts an!“, entgegnete Tayuya patzig.
„Aha, und warum nicht? Hat dich deine Mutti rausgeschmissen, oder bist du abgehauen?“ Tayuya verzog kurzzeitig ihre Mundwinkel. Sie klopfte sich den Schmutz von ihrer Kleidung und wandte sich zum Gehen, als sie stehenblieb. Was wollte die Tussi eigentlich von ihr? Vielleicht hatte sie ja fast dasselbe Schicksal wie sie. Mehr oder weniger.
„Hast du keine Eltern?“, hakte Tayuya skeptisch nach, als sie das Mädchen kritisch von oben bis unten musterte. Sie trug eigentlich recht schöne Kleidung, wie Tayuya fand. Einen gescheckten Schal, dazu ein olivenfarbenes, armfreies Oberteil und eine gräulich-schwarz gescheckte Hose. An ihren Armen trug sie so etwas wie schwarze Armschoner. Alles in allem: sie sah hübscher aus, als sie selbst.
Was hatte sie dagegen schon zu bieten? Das Mädchen vor ihr hatte lange, schwarze Haare die ihr über den Hintern gingen. Eine schöne Schleife hielt die unteren Haare zusammen. Tayuyas Haare dagegen gingen ihr nur bis zum Rücken, standen fast in alle Richtungen ab und das Rot in ihnen ließ sie wie eine Hexe wirken.
Wenn sie das Mädchen sah, hasste sie ihr Aussehen. Sie fühlte sich hässlich. Hässlicher als hässlich.
Sie wurde ja nahezu Eifersüchtig.

„Ruhig Brauner. Zuerst wird sich vorgestellt, bevor solche Fragen kommen, klar? Man, wie unhöflich heutzutage alle sind. Ist ja grausig. Ich bin Kin. Kin Tsuchi. Den Namen solltest du dir gut einprägen!“, sagte die Schwarzhaarige naserümpfend.
„Tayuya. Du heißt wirklich Sushi mit Nachnamen?“, fragte Tayuya kichernd, wofür sie sich hätte ohrfeigen können. Denn: diese Kin hatte kurzerhand Nadeln bei sich und es sah ganz danach aus, als kannte sie sich mit dem Gebrauch von Wurfnadeln und Co. recht gut aus.
„NEIN, Kin TSUCHI habe ich gesagt!“, stieß Kin wütend aus.
„Sag ich doch, Sushi“ Tayuya kam aus dem Lachen nicht mehr raus, obwohl ihr die Gefahr, die von Kin ausging, nur zu bewusst war.
„Noch ein Wort und du wirst mich kennenlernen!“
„Ich hör ja schon auf“, versuchte Tayuya einigermaßen ernst herauszubringen, doch der Gedanke, jemand könnte Sushi mit Nachnamen heißen, war einfach urkomisch. Prustend presste sie die Hand auf ihren Mund.
„Wie dem auch sei“, seufzte Kin. „Hast du nun Eltern oder nicht, Tayuya?“
„Nein“, antwortete Tayuya mit heiser gewordenen Stimme. „Warum willst du das eigentlich wissen?“, fragte sie neugierig nach.
„Na wenn das so ist, kannst du doch mit mir abhängen. Hab auch keine Eltern mehr, aber ich kenne da jemanden, der welche wie uns bei sich aufnimmt und Macht gibt“
„Macht?“
„Bist du so doof oder tust du nur so? Macht bedeutet Ansehen. Ansehen bringt dir Respekt. Willst du nicht auch respektiert werden? Du bist doch Flötistin, oder? Willst du nicht, dass die ganze Welt von deiner Musik weiß? Alle Menschen dich bewundern, beneiden und so werden wollen wie du? Dass du in die Geschichte eingehen wirst? Na was ist? Kein Interesse?“ Das Angebot, das Kin ihr stellte, war wirklich verlockend gewesen.
Natürlich wollte Tayuya hohes Ansehen, in die Geschichtsbücher eingehen und ihre Musik anerkannt bekommen. Doch wenn sie Kin folgen würde, könnte sie dann jemals Sasori wiedersehen?
Sie schüttelte gedanklich mit dem Kopf. Sicher hatte er sie längst vergessen und suchte weniger nutzlose Bälger, mit denen er mehr anfangen konnte als mit ihr.
„Ich komm mit“, lautete Tayuyas Entschluss, was Kin zum Lächeln brachte.
„Gut Süße. Als erstes werde ich dich aber noch ein wenig aufpeppen. Du bist noch viel zu brav und unschuldig. Wenn wir erstmal im Dorf sind, kriegst du neue Kleidung. Ach, wofür ist die Flöte gut? Trällerst du damit immer hübsche Ständchen oder was?“, fragte Kin, als sie losgingen. Tayuya lachte auf.
„Nein, es ist meine Waffe. Mehr brauch ich nicht“, erwiderte sie schäkernd. Kin hob skeptisch ihre Brauen.
„Und das heißt?“
„Wenn ich auf ihr spiele, kommen Dämonen raus, die meiner Melodie folgen. Ich steuere sie wie Marionetten und sie machen alles und jeden platt.“
„Und das soll ich dir glauben? Beweis es“ Konnte ja jeder erzählen. Kin glaubte eben nicht alles, was sie gesagt bekam. Für sie musste es Beweise geben, sichtbares und keine bloßen Erzählungen. Tayuya blieb stehen, führte ihr Instrument zu ihren Lippen und begann eine rätselhafte Melodie zu spielen. Kin dachte einen Moment, das Mädchen neben ihr würde sie verarschen, doch als sich um sie herum langsam dichter werdende Nebelschwaden bildeten, kam sie ins Grübeln.
Mit einem Riesenpoltern, der fast einem Erdbeben glich, erschienen drei monströse Kreaturen, die Kin noch niemals gesehen hatte. Sie sahen überhaupt nicht menschlich aus, waren ihrer Meinung nach pottenhässlich. Dennoch hatte das Mädchen ihr nicht ein vom Pferd erzählt.
„Und die Viecher hören einfach so auf dich? Hast du überhaupt ´nen Kuchiyose-Vertrag?“ Tayuya senkte den Kopf. Tja, das mit dem Vertrag war so eine Sache. Hatte sie doch nicht einmal eine Ahnung, wie man diesen schließt, geschweige denn aufruft. Sollte sie Kin anlügen? Aber sie war nicht unbedingt die Art Mensch, die gerne log.
Ja oder Nein, das war hier die Frage.
Sagte sie ja, musste sie den Vertrag oder wie auch immer vorzeigen.
Sagte sie Nein, müsste sie damit rechnen, ausgelacht zu werden.
Beides gefiel ihr nicht.
Gab es nicht noch einen Mittelweg? Wollte
Anscheinend nicht. Letztendlich entschied sich Tayuya doch für die Lüge und antwortete mit Ja. Kin fragte überraschenderweise nicht nach, sondern schlug ein anderes Thema vor: Akatsuki.
„Kennst du Akatsuki?“, fragte Kin, als sie den Wald verließen. Tayuya zuckte mit den Schultern, meinte der Wahrheit entsprechend: „Nein“
Kin blinzelte verwirrt. Aber wenn Tayuya die gefürchtete Organisation nicht kannte, konnte sie es ihr wenigstens erklären. Auch wenn ihr das nicht behagte, war Erklären nicht gerade ihr Fachgebiet.
„Akatsuki ist eine Organisation aus S-Rang Nuke-Nin, okay? Niemand weiß, was die im Schilde führen. Auf jeden Fall töten die alles, was ihnen in die Quere kommt. Du erkennst sie an schwarzen Mänteln mit roten Wolken.“ Tayuyas Augen weiteten sich schlagartig. Sasori! Er trug auch einen dieser Mäntel! War er etwa auch…ein Akatsuki? Einer dieser, wie sagte Kin? Nuke-Nin? Hatte er sie für die Organisation bloß ausgenutzt und deshalb ihre Eltern getötet? Ihr alles geraubt, was ihr vor ihrem Gedächtnisverlust wichtig gewesen war?
Ihr Kopf begann höllisch zu schmerzen, doch sie versuchte es weitestgehend zu ignorieren.
„Tja, mein Meister wird jeden einzelnen von denen in Stücke reißen!“, sagte Kin frech grinsend und hob dabei, um ihrer Worte Nachdruck zu verleihen, die geballte Faust. Ihr Meister würde also auch Sasori töten?

Der Mond, welcher die Form einer Sichel angenommen hatte, thronte über dem Firmament. Es war viel zu bewölkt, als dass sich die Sterne blicken ließen.
Tayuya und Kin waren schon seit dem ganzen Tag unterwegs gewesen, und Kin blickte sich nach einem geeigneten Lager um. Sie entschied sich für einen dicken Ast, denn falls feindlich gesinnte Ninjas auftauchen würden, wären sie zumindest mehrere Etagen höher ein wenig sicherer.
Für Kin war es kein Problem, den Baum hochzuklettern aufgrund des Chakras, welches sie unter ihre Sandalen lenkte. Tayuya aber, schien ihr Chakra nicht kontrollieren zu können, weswegen Kin sie kurzerhand Huckepack nahm.
„Wie kann wer, der so klein ist nur so schwer sein?!“, presste Kin schwer atmend hervor, während sie den Baum bis zum dicken Ast hinaufkletterte. Dort angekommen, stieg Tayuya vorsichtig ab.
„Äh, wie sollen wir hier denn schlafen?“, fragte Tayuya ein wenig ängstlich, war ihr der Ast nicht ganz geheuer.
„Ganz einfach: du lehnst dich einfach an mich.“
„Okay.“ Eigentlich war es Tayuya recht unangenehm, sich an Kin zu lehnen, aber sie war nicht besonders scharf darauf, einen Freiflug nach unten machen zu dürfen. Kins Arme schlangen sich um Tayuyas Oberkörper, sodass sie nicht heruntersegeln konnte.
„Ich habe gelogen“, seufzte Tayuya resigniert, als sie ihre Augen schloss.
„Inwiefern?“, kam es wenig überrascht von Kin.
„Ich hab keinen Kuchiyose-Vertrag. Auch kenne ich mich mit Ninja-Kram überhaupt nicht aus“
„Wusste ich schon. Wenn wir in Oto sind, werde ich dir alles erklären, okay? Ich bin mir sicher, Meister Orochimaru wird dich trainieren“ Kin gähnte herzhaft. Als sie ein fast schon flüsterndes „Ja“ hörte, schloss sie ihre Augen und schlief kurze Zeit später ein. Tayuya dachte eine Weile über das Geschehene nach. Von nun an würde sie mit Kin Tsuchi umherziehen zu diesem Dorf namens Oto, oder wie auch immer es heißen mochte. Sie wäre dann in ein paar Jahren ein angesehener Ninja. Vielleicht war sie ja dort in der Lage, Sasori zu vergessen. Endgültig. Mit gemischten Gefühlen fand auch sie nach einer Weile ins Reich der Träume.

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BeitragThema: Re: Muss ich denn sterben, um zu leben?   Fr Nov 30, 2012 6:17 pm

Den Prolog fand ich jetzt nicht all zu berauschend, aber ich werde es mir mal durchlesen wenn ich zeit habe und dir dann ein richtiges Feedback hinterlassen^^
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BeitragThema: Re: Muss ich denn sterben, um zu leben?   So Dez 02, 2012 5:48 pm

Meine Reaktion in zwei Bildern zusammen gefasst:

Beim lesen:


Nach dem lesen:




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